Hier sollen die Kinder entspannen dürfen, den Schulalltag langsam ausklingen lassen, die eigene Phantasie ausleben können, dem Bewegungsdrang freien Lauf lassen, soziale Kontakte pflegen, Grenzen und Regeln verinnerlichen, Strukturen und Kulturen pflegen und verankern, und vieles mehr. Die Kinder können Dank der nicht so perfekten Umgebung viele Erfahrungen im Umgang mit der Natur sammeln. Vor allem aber können sie:- Grenzen fühlen, die die Erde uns gibt
- Unebene Wege, Stolpersteine und -schwellen erleben, Kies, Wiese, Matsch, Sand, Stein, Lehm, Wasser und Staub erspüren
- Höhlen, Zwischenräume und Lager bauen, um dort im Spiel mit gleichaltrigen Kindern Freundschaften pflegen
- Kontakte aufzubauen, Gemeinsamkeiten kennen lernen, Sympathie und Antipathie zu erspüren und damit umzugehen lernen
- Rückzugsmöglichkeiten wahrnehmen, in Rollenspiele eintauchen, Vorbilder nachahmen, die Märchenwelt nachspielen
- Langeweile zulassen, sie ist die Mutter der Phantasie und bringt erstaunliches zu Tage.
- In die Rhythmen der Jahreszeiten eintauchen.
- Immerwiederkehrende Feste und Gewohnheiten pflegen und verinnerlichen.
- Zeiten einhalten, Pünktlichkeit erlernen, Aufgaben erfüllen, Aufträge ausführen und Notwendigkeiten erledigen.
- Gesellschaftsspiele spielen, Büchern lauschen und sie selber lesen.
- Umgang mit Kleinlebewesen haben, diese achten und kennen lernen.
- Teilen können, sammeln, jagen und fangen dürfen.
- Balancieren, wippen, schaukeln, klettern, krabbeln, jonglieren, Stelzen laufen, Seilspringen.
- Ballspielen, Bewegungsspiele, Gruppen- und Mannschaftsspiele erlernen
- Lieder singen, sich im Takt bewegen, Tanzen, lustig sein
- und und und
In regelmäßigen Abständen, meist wöchentlich, können die Kinder in Werkangebote/Bastelaktivitäten eintauchen, zuerst unter Anleitung, um dann in der freien Gestaltung selbst den Umgang mit der Materie zu erleben. Es wird getöpfert, genäht, mit Werkzeug und Holz gearbeitet, mit Draht, Perlen und Zwirn gebastelt, kleine Geschenke zu Weihnachten und anderen Gelegenheiten angefertigt, Faschingsutensilien hergestellt und vieles mehr. Hier können die Kinder ihre Feinmotorik ausbauen und ihre Phantasie kennen lernen. Auch Gartenarbeit und Blumenpflege ist in diesem Rhythmus integriert.
Auch können die Kinder jederzeit malen, mit Wolle umgehen und kleinere Bastelsachen selbst herstellen.
Für die zukünftigen Architekten und Straßenbauer gibt es Gelegenheit, diese Fähigkeiten im Spiel mit Autos und Bausteinen zu vertiefen. Eine Burg mit Rittern, ein Puppenhaus und eine Puppenecke lädt zu Phantasie- und Rollenspiel ein.
Im Sand kann mit Wasser und Matsch Erfahrung gesammelt werden.
So können die Kinder je nach Interessen, Vorlieben und Wünschen ihre Freizeitgestaltung nach der Schule ein Stück weit selbst gestalten, um sich selbst zu stärken, kennen zu lernen, selbstbewusst zu werden und auch zu lernen, was sie eigentlich wollen oder eben nicht wollen. Trotzdem werden sie in der Gemeinschaft lernen, sich einzufügen, Freundschaften zu knüpfen, die Wünsche der anderen akzeptieren um auf diese einzugehen, hilfsbereit zu sein und sich gegenseitig zu helfen.
Durch die verhältnismäßig lange Freispiel- und Gestaltungszeit vor dem Mittagessen in der gruppen- übergreifenden Betreuung im offenen Haus und dem Gelände ergeben sich vielfältigste Begegnungsmöglichkeiten von Mensch zu Mensch. Durch die Vielzahl der Kinder und die Vielfalt der Möglichkeiten können sich die Kinder besonders gut entwickeln, auch auffällige Kinder finden ihren Weg, Freunde und die eigenen Begabungen und Fähigkeiten.
Das pädagogische Konzept der Waldorfschulen und die philosophischen Hintergründe des Schulgründers Rudolf Steiner tragen den Hort und die Kindergruppen als Fundament, Stütze und Hülle zugleich. Die Betrachtungen und menschenkundlichen Erkenntnisse Rudolf Steiners liegen auch hier als Basis im Umgang mit den Kindern an vorderster Stelle.
Die Wartegruppe ist eine Einrichtung der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning, um die wartenden Kinder nach Schulschluss sinnvoll zu betreuen, bis sie von ihren Eltern abgeholt werden oder selbstständig heimfahren.
Für die Kindergruppen stehen momentan 30 Plätze zur Verfügung, die ggf. aufgestockt werden können. Die Kinder der verschiedenen Gruppen werden gemeinsam von 11:50 bis 13:30 Uhr betreut, danach gehen die „Kernzeitkinder“ heim und die Essenskinder bereiten den Mittagstisch gemeinsam vor. Das Essen kommt aus der Schulküche und wird in den eigenen Räumlichkeiten eingenommen.
Betreuung und Information Kernzeitbetreuung und Kindergruppen: Katrin Heinz