Die Epochen und Fächer der Waldorfschule Ismaning - Klasse 1-8
Der Schritt ins Schulleben – Hauptunterricht in der Unterstufe
Voller Erwartung und Hingabe öffnen sich die Kinder bei Schuleintritt dem Unterricht. Mit allen Sinnen und mit ganzer Seele möchten sie die Lerninhalte ergreifen. Der Entwicklungsstand der Kinder verlangt noch nicht nach abstrakter Begrifflichkeit, sondern nach einem lebensvollen, farbigen und sinnerfüllten Bild der Welt. Dadurch trägt die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer in den ersten Schuljahren eine besondere Verantwortung. Denn die Kinder orientieren sich in starkem Maße an ihrem Wort und Vorbild. Der Lehrplan des Hauptunterrichts, der täglich in den ersten beiden Schulstunden stattfindet, bietet dafür den nötigen Entfaltungsspielraum.
Der Hauptunterricht beginnt in der Unterstufe mit einem künstlerisch gestalteten, bewegten Teil. Rhythmisch-musikalische Bewegungsspiele mit Singen und Flöten wechseln mit Rezitationen von Versen und Gedichten. Kleine Spiele zur Förderung von Fein- und Grobmotorik, sowie Koordinationsübungen mit dem Seil, Wurfsäckchen und Ball ergänzen diesen vielfältigen ersten Unterrichtsabschnitt. Nun sind die Kinder bereit für den jeweiligen Epochenunterricht, wie beispielsweise Schreiben oder Rechnen.
Der Hauptunterricht klingt aus mit dem Erzählteil, der – unausgesprochen – große Lebensfragen und Lebensweisheiten berührt. So werden in der 1. Klasse vorwiegend Märchen, in der 2. Klasse Fabeln und Legenden, in der 3. Klasse Geschichten aus dem Alten Testament und in der 4. Klasse Motive aus der nordischen Mythologie erzählt.
Fachunterricht
Nach dem Hauptunterricht folgen im weiteren Tagesverlauf die Fächer, die durchgängig, also nicht in Epochen unterrichtet werden. Der Unterricht findet dabei in geteilten Klassen statt. Von der 1. Klasse an sind das zwei Fremdsprachen (Englisch und Französisch), Musik, Eurythmie, Spielturnen, Religion und Handarbeit.
Naturwissenschaftlicher Unterricht ab der Mittelstufe
Die naturwissenschaftlichen Fächer wie Physik, Chemie und Biologie werden in der Mittelstufe ab der 6.Klasse nach und nach eingeführt. Das Erkennen und Herausarbeiten von Ursache und Wirkung ist den Schülerinnen und Schülern jetzt nicht nur möglich, das etwa 12jährige Kind genießt das Entdecken der Kausalität regelrecht.
Dabei knüpft der Chemie- bzw. der Physikunterricht an die Alltagserfahrungen der Schülerinnen und Schüler an. Gesetzmäßigkeiten werden durch zahlreiche Versuche anschaulich gemacht. Die Waldorfpädagogik legt großen Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ein Phänomen mit Hilfe eines Versuches zunächst sinnlich erleben können. Der Versuch wird dann exakt beschrieben und erst danach werden Schlussfolgerungen formuliert und in einem "Lehrsatz" festgehalten. Diese drei Schritte – beobachten, ordnen und Zusammenhänge finden – schulen nicht nur das präzise Beobachten, sondern regen auch das eigenständige Denken an.
In den Klassen 7 und 8 steht schließlich der Mensch selbst im Mittelpunkt. Dem seelisch oftmals chaotischen Selbstfindungsprozess des Pubertätsalters setzen wir den objektiven Blick auf die eigenen Lebensprozesse entgegen. Wir sprechen beispielsweise über gesunde Ernährung (7. Klasse) und versuchen Bewunderung für das Wunderwerk der menschlichen Anatomie zu erwecken (8. Klasse).
In der 6.Klasse identifizieren sich die Schülerinnen und Schüler gerne mit den mutigen und tüchtigen Römern, aber auch mit dem Bürgerstolz der mittelalterlichen Stadtbewohner.
Der fortschreitende Individualisierungsprozess der Menschheit manifestiert sich zu Beginn der Neuzeit in den Taten großer Entdecker, Erfinder und Reformatoren. Sie werden in der 7. Klasse thematisiert. Auch hier erleben die Schülerinnen und Schüler einen starken inneren Bezug zu ihrem eigenen Entwicklungsstadium.
In der 8.Klasse liegt ein Schwerpunkt auf der Industrialisierung und Technisierung der Welt. Darin können die Schülerinnen und Schüler Erklärungen für viele soziale und politische Umwälzungen entdecken. Diese Kausalzusammenhänge sind für sie erhellend und befriedigend.
Deutsch
Im Deutschunterricht machen wir die Muttersprache in einem umfassenden Sinne erlebbar. Wir üben mit den Kindern von der 1. Klasse an mit Zungenbrechern und kleinen Versen eine deutliche Aussprache. Dabei erfahren sie Sprachrhythmus und Sprachmelodie und entwickeln ein Gefühl für die Schönheit der Sprache. In der Mittelstufe begegnen die Schülerinnen und Schüler bei der Behandlung der Kulturen und Völker der Erde sprechend und hörend auch deren Sprachen: Hebräisch, Griechisch, Latein, Gotisch, Althochdeutsch und auch verschiedene deutsche Dialekten. Im Deutschunterricht erarbeiten sie sich die Sprachkraft an Hand von Sprachgesetzen, Satzbau und Stil.
Fremdsprachen
Englisch und Französisch ab der ersten Klasse, ohne Lehrbuch und Noten und möglichst einsprachig unterrichtet! Wie soll das funktionieren?
Von der Nachahmung zum bewussten Lernen
Der Fremdsprachenunterricht der ersten Klassen lebt von Geschichten und Bildern. Die Kinder tauchen hörend, sprechend, spielend und singend in die Fremdsprache ein und erleben sie in Reimen, Gedichten, Liedern und Spielen ohne Hilfe der deutschen Sprache. Dabei verinnerlichen die Kinder unbewusst nicht nur die Klänge, Rhythmen und Melodien der Fremdsprache, sondern auch deren Strukturen. Da ab dem 9. oder 10. Lebensjahr Kinder nicht mehr so mühelos gewisse Laute und Melodien einer Fremdsprache akzentfrei sprechen lernen können, ist es essentiell, den Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse anzubieten.
Die Folgejahre knüpfen an die vertrauten Reime, Sprüche und Lieder aus den ersten Schuljahren an. Damit möglichst alle Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen können, sind von nun an die Klassen geteilt, so dass höchstens 15 bis 20 Schülerinnen und Schüler zusammen unterrichtet werden.
Mit dem Schreiben und Lesen ab der 4. Klasse, mit der ersten Wortschatz- und Grammatikarbeit ab der 5. Klasse beginnen die Schülerinnen und Schüler bewusster mit der Sprache zu arbeiten. Indem sie z. B. Grammatikregeln selbst erkennen und formulieren, wird ihre nun vorhandene Bereitschaft, Sprachgesetzmäßigkeiten aufzuspüren, angesprochen. Gehen die Schülerinnen und Schüler den Weg vom Beispiel zur eigenen Regel (Induktives Lernen) machen sie sich Grammatikregeln zum eigenen Werkzeug und sie erlernen diese deutlich leichter. Diese grundsätzliche Lernweise unterstützt die Sprachlehrerin oder der Sprachlehrer dadurch, dass sie bzw. er in dieser Vorgehensweise die Nacht als Zeit des Verarbeitens und Umwandelns mit berücksichtigt.
Die Nacht als Helfer beim Sprachenlernen
Die Schülerinnen und Schüler begegnen einem literarischen Text am ersten Tag nur in mündlicher Form, die Lehrkraft erzählt die Geschichte. Über Nacht beschäftigt sich die Schülerin oder der Schüler unbewusst weiter damit, der Stoff wird bearbeitet, Eigenes fließt mit ein. Am nächsten Tag holt die Lehrkraft die Geschichte wieder herauf ins Bewusstsein, indem die Schülerinnen und Schüler die Geschichte nacherzählen. Es schließen sich weitere Übungen an. Und wieder arbeiten die Schülerinnen und Schüler im Schlaf daran weiter. Über dieses rhythmische Arbeiten nähern sie sich Schritt für Schritt einem bestimmten Teil des Stoffes.
Vielfältige Variationen und Situationen in der Fremdsprache
Darüber hinaus arbeiten die Schülerinnen und Schüler auch an kleinen Projekten und führen z.B. szenische Spiele vor den Eltern und den anderen Klassen auf. Diese kreative Form des Lernens bietet den Schülerinnen und Schülern einen noch intensiveren Zugang zur Sprache. Ab der 5. Klasse arbeiten sie mit Lektüren, deren Inhalt altersgemäß ist und ihnen Nahrung für ihre geistige Entwicklung bietet. Diese Lektüren sind zugleich eine wahre Fundgrube für Vokabeln und Grammatik, so dass die Lehrkraft auf Schulbücher mit portionierten Lektionen verzichten können, in denen Texte oft aus dem Zusammenhang gerissenen sind. Auf dieser Basis wird während der Mittelstufe bis in die Oberstufe hinein in der unveränderten Originalsprache gearbeitet, unter Verwendung von Kurzgeschichten, Romanen, Presseartikeln, Comics und Lyrik.
Naturwissenschaften
7. Klasse
Physik: Vertiefung in Akustik (Frequenzen), Optik (Spiegelerscheinungen), Elektrizität (Stromkreis), Wärmelehre (Wärmeausdehnung) und Grundphänomene der Mechanik
Chemie: Feuer als chemischer Prozess, Säuren und Basen
Biologie: Gesundheit und Ernährung
8. Klasse
Physik: Grundphänomene der Hydraulik (Druck, Auftrieb), Vertiefung in Optik (u.a. Brechung) Elektromagnetismus
Chemie: Chemie in Nahrungsmitteln, Stärke, Eiweiße und Fette
Biologie: Knochensystem des Menschen, Sexualkunde
Eurythmie
Der Eurythmist möchte Musik und Dichtung durch die Bewegung ausdrücken. Es geht hier nicht um turnerische Geschicklichkeit, sondern um den Ausdruck; darum, ein Sprachgemälde aus Bewegungen darzustellen. Für jeden Laut der Sprache und für jeden Ton gibt es eine bestimmte Gebärde. So können Gedichte oder Musikstücke eurythmisch interpretiert werden. Oft geht es nicht nur um die Bewegung des Einzelnen, sondern um ein stimmiges Bewegungsbild in einer ganzen Gruppe. Die Schülerinnen und Schüler erleben dabei, wie viel Wachsamkeit und Rücksichtnahme aufgebracht werden muss, bis eine Form gemeinsam gelingt.
Eurythmie in den Klassen 1-8
In den ersten acht Schuljahren erlernen die Schülerinnen und Schüler schrittweise alle Elemente der Eurythmie. Am Anfang setzen die Kinder Musik und Sprache spielerisch in Gebärden um. Ab der Mittelstufe ist die Eurythmie eine ideale Ausdrucksmöglichkeit für das Spannungsfeld, in dem sich die Jugendlichen befinden. Oft entspricht die in den Musikstücken oder Gedichten enthaltene Stimmung nicht ihrer eigenen Stimmung. Die Jugendlichen lernen, ihr eigenes Empfinden außer Acht zu lassen und sich einer gegebenen Sache zu stellen.
Welche Fächer werden im künstlerisch-praktischen Unterricht (KüPra) angeboten?
Jungen und Mädchen üben sich gleichermaßen im Stricken, Spinnen, Weben und Nähen, im Buchbinden und Töpfern. Zusätzlich arbeiten sie über einen längeren Zeitraum im Schulgarten. Im Schreinern und Steinhauen entwickeln sie durch ihre Arbeiten genaue Werkstoffkenntnisse.
Im Laufe der Unter- und Mittelstufe stricken, sticken, häkeln, filzen und nähen die Schülerinnen und Schüler viele schöne Dinge, die auch im Alltag praktische Verwendung finden: Topflappen, Socken, Taschen oder auch Kostüme für ihre Klassenspiele.
Bis zur 4. Klasse werden die Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Schulgebäudes an die „Ur-Berufe“ herangeführt. Zum Beispiel gehört es zu den ersten großen gemeinsamen Erlebnissen, wenn die Klasse auf dem Feld ihre Saat fachgerecht ausbringt, später dann das Korn schneidet, es drischt und aus dem selbst gewonnenen Korn Brot gebacken wird. In der Bauepoche wird gemauert und gefugt. So sind auf dem Schulgelände schon viele Sitzbänke, ein Erdkeller, ein Spielhaus, ein Pizzaofen und manches andere entstanden.
Der handwerkliche Unterricht in der Mittelstufe dient nicht als Vorbereitung auf einen Handwerksberuf, sondern der Unterstützung wesentlicher Entwicklungsprozesse. Die Erlangung feinmotorischer Fähigkeiten stärkt das Selbstvertrauen und hat einen immens fördernden Einfluss auf die kognitive Entwicklung.
In der 6. Klasse setzt der Werkunterricht ein. Die körperliche, oft anstrengende Arbeit löst bei fast allen Kindern Begeisterung aus. Die Kinder können sich beim Arbeiten spüren, ihre Kraft und Ausdauer am Werkstück messen. Vom Spalten eines Holzes bis beispielsweise hin zum Polieren des fertig geschnitzten Löffels kann der Arbeitsprozess miterlebt, manchmal auch durchlitten werden. Stolz darf am Ende die Arbeit bewundert werden.
Die Zeit vom 12. bis zum 16. Lebensjahr begleitet die Waldorfpädagogik im KüPra-Unterricht durch Plastizieren, Werken und Malen auf unterschiedliche Weise: Das Plastizieren in der 5. Klasse schafft einen neuen Bezug zur Welt. Es werden Tonfiguren von Tieren oder Gestalten plastiziert, die vorher Gegenstand des Hauptunterrichts waren. Die Schönheit in der Natur bietet eine unerschöpfliche Quelle zur Anregung. Die Kinder entwickeln neue Gestaltungsfähigkeiten, eine neue Stärke in ihrem Selbstvertrauen kann entstehen. In den weiteren Jahren werden Schalen geschnitzt und bewegliche Spielzeuge mit einfachen mechanischen Bewegungselementen hergestellt. Ideal liegt das Schreinern in der 8. Klasse, denn es gibt dem Heranwachsenden Struktur.
Gartenbau
In der Waldorfpädagogik verfolgt der Gartenbauunterricht einen primär pädagogischen Ansatz:
In der Zeit etwa vom 12. bis 16. Lebensjahr, also wenn die Heranwachsenden durch die Pubertät gerade besonders mit sich selber beschäftigt sind, geht es darum den Schülerinnen und Schüler mit ihrem Bewusstsein auch nach außen zu wenden. Ihnen selbstlose, pflegende Auseinandersetzung mit der Natur abzuverlangen, sie kultivierend wirken zu lassen. Was sich in den Pubertierenden abspielt und in ihnen nach Kultivierung verlangt, wird so spiegelbildlich, kulturbringend, in der Außenwelt getan. Das altruistische Element, aus der Notwendigkeit heraus tätig zu sein und oft nicht unmittelbar die Früchte der Arbeit für sich zu haben, das erfahren und üben die Schülerinnen und Schüler vielleicht in keinem Fach so prägnant.
Umwelterziehung und Verantwortung
Je älter und reifer die Schülerinnen und Schüler werden, desto mehr können sie auch in die vernetzten Zusammenhänge des Lebens zumindest hinein schnuppern und langsam mehr davon erfassen. Das Fach Gartenbau hat Bezug mit vielen Bereichen des Lebens. Von den harten Fakten einer Arbeitstechnik oder einer Fachkenntnis bis hin zu ethischen und philosophischen Lebensfragen reicht die Thematik, mit der sich die Schülerinnen und Schüler zunehmend auseinandersetzen. Rudolf Steiner sprach in diesem Zusammenhang auch von der Bildung eines echten „gesunden Menschenverstandes“.
Es gilt das Gefühl für die Konsequenzen und Verantwortlichkeiten des eigenen Tuns, gerade auch in Partnerschaft mit der Natur zu entwickeln. Nicht zuletzt vermittelt der Gartenbauunterricht den Schülerninnen und Schülern die Erfahrung, vitale Erholung und seelische Kraft aus der Natur zu schöpfen. Denn ein Garten sollte auch ein Ort des Rückzugs, des Wohlfühlens sein.
Rudolf Steiner sagte bereits 1920 unter anderem in Bezug zum Gartenbau: (Aus einer Gesprächsüberlieferung mit Lili Kolisko) „Frl. Michels hat in der Schule mit dem Unterricht der Kinder bereits begonnen. Sie wird neue Wege gehen und suchen müssen; Menschen, die in der Schule einmal diesen Unterricht durchgemacht haben, werden Entscheidungen treffen können, ob eine Methode oder irgendeine Maßnahme in der Landwirtschaft richtig oder falsch ist, nicht weil sie es gelernt haben, sondern aus der Sicherheit des Gefühls heraus. Auch die moralischen Kräfte werden mit so einem Unterricht geübt. In der sozialen Haltung des Erwachsenen erst wird die Auswirkung solchen Unterrichts liegen.“
Musik | OrchesterMusik
Je nach Fähigkeit wird ab der 4./ 5. Klasse ein Klassenorchester gebildet, an dem Schülerinnen und Schüler mitwirken und die beglückende Erfahrung eines durch individuelle Leistung entstehenden musikalisch Gemeinsamen machen können. In der 7. Klasse wird die gesamte Zauberflöte musiziert und besprochen, was einen tiefen Zugang zur Thematik der menschlichen Entwicklung über die Musik ermöglicht. Zusätzlich zum zweistündigen Musikunterricht werden die Kinder in den Klassen 6 bis 8 in Blockflöten-, Holz-/Blechbläser- und Streicherorchester aufgeteilt. Außerdem besteht die Möglichkeit, an Improvisationsgruppen teilzunehmen.
Die Theaterepoche in der 8. Klasse
Die Probenarbeit der fünfwöchigen Theaterepoche in der 8. Klasse fordert die Schülerinnen und Schüler zu großer sozialer und kreativer Mitgestaltung auf: Sie erleben, wie jeder Akteur auf die Anwesenheit seiner Mitspielerinnen und Mitspieler angewiesen ist. Artikulieren, Sprechen, Zuhören, Wahrnehmen und Geistesgegenwart sind gefordert. Eine Herausforderung, welche die Klassengemeinschaft stärkt und dem Einzelnen die Chance gibt, über seine Grenzen hinauszuwachsen.
Sport
Sportunterricht an der Waldorfschule Ismaning
Der Sportunterricht bezieht sich auf den ganzen Menschen. Gemäß den Zielen der Waldorfpädagogik vermittelt nicht nur bewegungsbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern trägt gleichermaßen zur Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden bei. Von zentraler Bedeutung ist hier das Spiel. Im direkten Miteinander fördert es das soziale Lernen und die seelisch-geistige Reifung. Faktoren wie Kooperation, Fairness, Regelakzeptanz, Konfliktbewältigung bedingen das Spiel. So ist es in allen Klassenstufen ein unverzichtbarer Bestandteil des Unterrichts.
Unterstufe, 3. und 4. Klasse
Die Kinder leben noch stark im Phantasievollen. Geschichten und Bildhaftes animieren zum Turnen und Spielen: Bänke, Matten, Ringe stellen als Flüsse, Mauern, Baumstämme Hindernisse dar, die sie in eigener Weise überwinden. Grundfertigkeiten werden geübt in Lauf - und Staffelspielen, beim Springen, Werfen, Balancieren. Ganzheitlich soll im Spielturnen die Freude an der Bewegung geweckt bzw. weitergetragen werden.
Mittelstufe, 5. bis 8. Klasse
Auch in der 5. Klasse wird spielerisch geturnt. Aber jetzt immer wieder mit übenden Formen, z. B. in Gerätekombinationen, die mehrmals wiederholt werden, teils mit Variationen und Steigerungen. Natürliche Bewegungen sind bei leichtathletischen Grundformen wie Laufen, Ballwerfen, Weit- und Hochspringen Gegenstand des Unterrichts. Beim Balancieren, Klettern, Kriechen, Schaukeln stellen sich Aufgaben, die kreative Lösungen erfordern.
Ein neues Element wird im Schwimmunterricht der 5. Klasse erobert. Hier kann man sich bewähren und das Silberabzeichen erwerben. Zusätzlich ist in der Nachmittagsbetreuung ein Kletterkurs mit einer Prüfung angeboten.
Das Üben bekommt in der 6. Klasse mehr Gewicht. Im Lauf, Sprung und Wurf zeigt sich, dass die Bewegungen nun deutlich schnellkräftiger sind. Eine gute Ausführung wird stärker betont und bringt Erfolg in Spielen wie Jäger-, Brenn- und Völkerball. Geschicklichkeit ist im Turnen gefragt, z. B. beim freien Schwingen, Rollen, Balancieren, in Hindernisbahnen oder anspruchsvolleren Reck-, Barren- und Bodenelementen.
Spezielle Fähigkeiten übt dann die 7. Klasse im Skikurs auf glattem Untergrund. Am Ende der Mittelstufe ist die Überwindung der Schwere ein Thema. Bewegungstechniken müssen genauer werden, um die Kräfte zur Überwindung der Widerstände in allen Disziplinen sinnvoll einzusetzen.
Der Sportunterricht der Waldorfschule Ismaning findet zurzeit (Stand: 2018) je nach Witterung, Lehrplan und Jahreszeit auf unserem Schulgelände oder in einer Mehrzweck- bzw. Turnhalle bzw. im Hallenbad der Gemeinde Ismaning statt. Ein Schulbus fährt Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zu den Sportstätten und holt sie auch wieder ab.