Die Praktika der Waldorfschule Ismaning

Im Einklang mit der Persönlichkeitsentwicklung durchläuft jeder Schüler an unserer Schule folgende Praktika:

Landwirtschaftspraktikum (9. Klasse)

2-wöchige Arbeit auf einem biologisch-dynamisch bewirtschafteten Bauernhof

Teilnahme am vielfältigen Arbeitsablauf des bäuerlichen Alltags

Einblick in die Zusammenhänge in der Landwirtschaft (Viehzucht, Acker- und Gemüsebau, Verarbeitung der Produkte, Vermarktung, ökologische Zusammenhänge usw.)

Vermessungspraktikum (10. Klasse)

Einblick in die Grundprinzipien der Vermessungstechnik anhand der Vermessung eines vielfältigen, größeren Geländes

selbstständige Arbeit mit Theodolit und Nivelliergerät

Erstellen einer eigenen, exakten und detailgenauen topographischen Karte

Berufspraktikum (10. Klasse)

2-wöchige Arbeit in einer selbstgewählten gewerblichen Einrichtung

Verarbeitung der Erlebnisse in einem eigenen Bericht und im Klassengespräch sowie in einem öffentlichen Vortrag

Sozialpraktikum (11. Klasse)

individuelle 3-wöchige Arbeit in einer selbst gewählten sozialen Einrichtung

Verarbeitung der Erlebnisse in einem eigenen Bericht und im Klassengespräch sowie in einem öffentlichen Vortrag

Bildhauerpraktikum (12. Klasse)

2-wöchige individuelle künstlerische Arbeit an einem Marmorblock in der Accademia di Santa Maria – Toskana

Kunstbetrachtung (Architektur, Bildhauerei, Malerei, Grafik) sowie künstlerische Übungen während mehrtägiger Besichtigungsfahrten in Florenz

Eine Nahaufnahme eines gelben Theodoliten, der im Freien benutzt wird, mit unscharfem grünem Gras im Hintergrund und Menschen, die in der Nähe Notizbücher halten.

Landvermessungspraktikum (10. Klasse)

Das Feldmesspraktikum der 10. Klasse beginnt mit der Klassenaufgabe:
Findet ein ca. 18 Hektar großes, dünn besiedeltes Gebiet vielfältiger landschaftlicher Ausprägung.
Erfasst es messtechnisch zentimetergenau.
Erstellt aus den ermittelten Daten eine detailgetreue topographische Karte.
Die Schüler lernen hier den Umgang mit den klassischen Vermessungsgeräten Theolodit und Nivellier. Bei der maßstabsgetreuen Übertragung auf eine eigene Karte üben sie sich im Technischen Zeichnen und stärken ihre bildliche Vorstellungskraft. Die trigonometrische Berechnung des vermessenen Polygonnetzes ist für die Schüler ein eindrucksvoller Beleg für die Anwendbarkeit ihrer mathematischen Fähigkeiten. Die intensive Teamarbeit schult die Klasse zudem in ihrer sozialen Kompetenz.Dieses Praktikum vereint körperliche Arbeit im Freien, technische Expertise, anspruchsvolle Mathematik und ein künstlerisch eindrucksvolles Endergebnis.

Eine Person arbeitet mit einem Lötkolben an einer elektronischen Leiterplatte mit roten Drähten, während sie die Platte mit einem Hilfswerkzeug festhält. Ein unscharfes Dokument und Werkzeuge sind im Hintergrund zu sehen.

Das Physik-Praktikum (11. Klasse)

Jetzt, da die Schüler im Epochenunterricht ausreichend Theorie erlernt haben und ein ausreichendes technisches Verständnis vorhanden ist, findet ein intensives einwöchiges Physik-Praktikum zu fünf Hauptthemengebieten statt: Wärmelehre, Elektrizität, Optik, Elektronik und Akustik. Hierdurch begreifen sich die Schüler nicht als außenstehende Beobachter der Welt, sondern als aktive Teilnehmer. 

In entsprechenden Versuchsserien werden (zunächst einfache, dann immer komplexere) Experimente durchgeführt. Wesentlich ist, dass die Schüler die Technik wirklich handhaben. Sie dürfen physikalische Mechanismen und Phänomene hervorrufen, beobachten und gezielt verändern, Ergebnisse und Erfahrungen sammeln und auswerten.
Beispiele: Wolkenbildung, Stromfluss in einer Solarzelle, optischer Aufbau eines Mikroskops, Löten einfacher elektronischer Schaltungen, Wahrnehmung und Vermessung verschiedenartiger akustischer Schwingungen, …·

Ziele des Praktikums: Neben der Vertiefung physikalischen Wissens lernen die Schüler praktische Fertigkeiten: Löten, optisches Justieren, Bedienung eines Oszilloskops, … Außerdem erfahren sie, dass die elektronischen Kleingeräte unserer Zeit, (Smartphone, MP3-Player etc.) im Grundprinzip einfach verstehbar sind. Dies wirkt dem Gefühl des Ausgeliefertseins an die Technik und dem reinen Technikkonsum entgegen.

Eine Nahaufnahme einer blühenden dunkelrosa Pfingstrose mit gekräuselten Blütenblättern und grünen Blättern vor einem unscharfen Hintergrund aus Gras und einem Gebäude mit blauen Fensterrahmen.

Sozialpraktikum (11. Klasse)

Im Sozialpraktikum, einem wichtigen Bestandteil der 11. Klasse, arbeiten Schülerinnen und Schüler drei Wochen lang in einer selbst gewählten Einrichtung.

In dieser Zeit werden sie konfrontiert mit Menschen, die mit Problemen durch Alter, Krankheit und Behinderung zu tun haben oder die in besonderen sozialen Umständen leben.

In der Begegnung mit diesen Menschen haben sie die Chance, sich auf völlig neue soziale Erfahrungen einzulassen und sich wahrnehmend und helfend den Mitmenschen zu widmen.

Ihr Einfühlungsvermögen wird auf die Probe gestellt, Verantwortungsbewusstsein und situationsgerechtes Handeln werden erprobt.

Sie erleben den Tagesablauf in der Einrichtung mit und übernehmen einfache betreuerische und pflegerische Aufgaben.

Mögliche Praktikumsorte sind Pflegeheime, Krankenhäuser, heilpädagogische Einrichtungen wie Werkstätten, Kindergärten, Schulen oder Wohnheime oder andere soziale Institutionen.

Im Anschluss an das Praktikum findet sowohl ein Erfahrungsaustausch im Klassengespräch als auch ein Berichtsabend für Eltern und Lehrer statt.