Medienpädagogik an der Rudolf-Steiner-Schule Ismaning

Die enorme Ausbreitung digitaler Medien hat vor den Schulen nicht Halt gemacht. Dies stellt uns vor neue Herausforderungen.

Wir erachten es als unseren pädagogischen Auftrag, unsere Schüler und Schülerinnen an die sinnvolle Nutzung der neuen Medien heranzuführen. Gemäß dem der Waldorfpädagogik zugrunde liegenden Menschenbild sind wir der Überzeugung, dass dieses Ziel nicht durch einen frühestmöglichen Gebrauch erreicht wird. Im Gegenteil: Die Kinder sollen zunächst eine medienfreie Umgebung genießen dürfen, um ihre körperliche, seelische und geistige Entwicklung optimal und ganz real vollziehen zu können. Nur so wird gewährleistet, dass sie die Chancen der digitalen Medien mit zunehmender Reifung sinnvoll nutzen können.

In der Unterstufe werden vom Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin lebendige Geschichten erzählt oder vorgelesen, die Phantasie und Vorstellungskraft der Kinder anregen. Die Lesefertigkeiten werden in der Waldorfpädagogik über das Schreiben als aktives, gestaltendes Tun erarbeitet. So stellen wir von Anfang an sicher, dass die Suchbewegung zur Welt hin selbstbestimmt bleibt und keine Sucht wird. Dieses Prinzip aktiver Mediengestaltung wird auch beibehalten, wenn ab der Mittelstufe (5. bis 8. Klasse) modernere Medienformen Thema werden. Denn auch Massenmedien sollen von den Jugendlichen nicht als Masse, sondern als Individuen genutzt werden können.

Digitale Medien wie Computer, Smartphone und Internet schließlich benötigen zum sinnvollen Gebrauch ausgeprägte soziale Fähigkeiten, damit ihre Interaktivität bereichernd ist. Insbesondere wollen wir verhindern, dass Heranwachsende den Gefahren von Gruppenzwang, Sucht, sexualisierten oder Gewaltdarstellungen sowie der unwiderruflichen Preisgabe ihrer Privatsphäre schutzlos ausgeliefert sind.

Wir schulen die Jugendlichen daher ab der Mittelstufe auch mittels direkter Medienpädagogik in der Nutzung sowie in dem Verständnis für Funktionsweise und Wirkung der neuen Medien und zeigen deren Chancen und Risiken auf.

Für die Unterstufe und die dortigen Entwicklungsaufgaben sind elektronische Medien jedoch schädlich, d.h. störend für eine gesunde Weltbegegnung. Hier - und auch noch in der Mittelstufe - geht es zunächst um indirekte Medienpädagogik, das heißt um Sinnesbildung und Entwicklung der eigenen Kreativität als Grundlagen von Souveränität und Lebenstüchtigkeit - Lernschritte, die am besten durch Primärerfahrungen in einer realen, nicht-virtuellen Umgebung gelingen.

Um dafür einen Schutzraum zu schaffen, ist die Nutzung elektronischer Geräte auf dem Schulgelände nicht erlaubt. Auch während Monatsfeiern, Festen, Klassenfahrten usw. sind Störungen und Ablenkungen durch die Benutzung multimedialer Geräte durch Eltern und Schüler auszuschließen.

Im privaten Bereich und auf dem Schulweg sollte die Mediennutzung ebenfalls beschränkt werden, was besonders wichtig ist, wenn andere Kinder der Klasse dabei involviert sind, wie zum Beispiel im Schulbus, auf Kindergeburtstagen und vergleichbaren Treffen oder bei der Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel (Kurznachrichten, Chats oder Social Media).

Um dies zu erreichen, wirken wir darauf hin, dass bereits bei Schuleintritt eine Medienvereinbarung geschlossen wird. Diese soll Sie als Eltern im sozialen Miteinander unterstützen, den Gruppendruck innerhalb einer Klassengemeinschaft zum Thema Medien verhindern und Ihrem Kind helfen, sich im realen und nicht im virtuellen Leben zu beheimaten. Da verfrühte oder übermäßige Mediennutzung sich stark auf das Unterrichtsgeschehen und Lernverhalten auswirkt, trägt diese Vereinbarung außerdem entscheidend zu einer gelingenden Waldorfpädagogik bei.

Waldorfschule Ismaning

Die Waldorfschule Ismaning bei München besteht seit 1986 als Alternative zu staatlichen Regelschulen. Heute besuchen ca. 400 Schüler die Klassen 1-13. Unsere Kinder und Jugendlichen werden in ihrer gesamten Persönlichkeit gefördert und über den Waldorfabschluss hinaus bis zur staatlichen Mittleren Reife bzw. zum Abitur geführt.

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